Monday, March 12, 2007

Fun Facts about DeCSS and DVDs

aus einer kleinen diskussion auf der fm4 page, anlässlich des freispruchs von Jon Johansen:




littlelui
DeCSS wurde von drei leuten gemeinsam entwickelt.
aber die anderen beiden konnten anonym bleiben. johansen hat auch nur die Benutzeroberfläche für DeCSS geschrieben, welches auch nicht unter Linux sondern unter Windows lief.

siehe auch:
http://www.chscene.ch/ccc/decss/decsstru
th.txt

CSS wird von DeCSS auch nicht umgangen, sondern DeCSS benutzt - afaik - den (reverse-engineerten) Schlüssel des Xing-Players. Ich glaube nicht dass DVD-Player unter Linux noch mit Code von DeCSS arbeiten, denn dieser Schlüssel dürfte mit aktuellen DVDs gar nicht mehr funktionieren.




gerlinde666 (FM4)
mit was dann?




littlelui
gute frage.
sehr gute frage sogar, ich wusste das nämlich selber nicht. aus der doku zu libdvdcss, der bibliothek die (zumindest) das programm "xine" (nicht verwechseln mit "Xing", dem von den DeCSS-machern reverse-engineerten Windows-DVD-player) zum entschlüsseln der filme benutzt stammt jedoch folgendes:

* DVDCSS_METHOD: sets the authentication and decryption method that libdvdcss will use to read scrambled discs. Can be one of title, key or disc.

o key is the default method. libdvdcss will use a set of calculated player keys to try and get the disc key. This can fail if the drive does not recognize any of the player keys.

o disc is a fallback method when key has failed. Instead of using player keys, libdvdcss will crack the disc key using a brute force algorithm. This process is CPU intensive and requires 64 MB of memory to store temporary data.

o title is the fallback when all other methods have failed. It does not rely on a key exchange with the DVD drive, but rather uses a crypto attack to guess the title key. On rare cases this may fail because there is not enough encrypted data on the disc to perform a statistical attack, but in the other hand it is the only way to decrypt a DVD stored on a hard disc, or a DVD with the wrong region on an RPC2 drive.

(http://www.videolan.org/libdvdcss/doc/)


damit man das versteht muss man natürlich wissen, dass die filmdaten auf der DVD in einzelne VOB-files zerteilt sind. jedes dieser VOB-files ist mit einem sogenannten TITLE-key verschlüsselt. Die TITLE-keys sind ebenfalls auf der DVD gespeichert, verschlüsselt mit dem DISC-key. der DISC-key ist wiederum 409 mal auf der DVD gespeichert, jeweils verschlüsselt mit einem der 409 vom DVD-Konsortium vergebenen PLAYER-keys. Jeder Hardware-Player bzw. "lizensierter" Software-Player hat einen dieser 409 keys gespeichert.

Quelle: http://eon.law.harvard.edu/archive/dvd-d
iscuss/msg01924.html




littlelui
nachtrag
falls sich jemand wundert wo die player-keys für libdvdcss herkommen:

Yes, Frank Stevenson has written programs that can determine all 409
player keys, the disc and title keys given only a DVD. In particular,
once you have the title key, decrypting the .vob is easy. The fact that
you can learn the player keys from the DVD alone is what makes CSS
truly, truly sad.

(http://eon.law.harvard.edu/archive/dvd-
discuss/msg05984.html)


btw, CSS war NIE eine methode um das kopieren von DVDs zu verhindern - industriell gefertigte raubkopien funktionieren einfach via 1:1 kopie, da gibts von den daten her keinen unterschied zum original. bisschen anders ist es mit "gebrannten" kopien, weil der bereich wo der disc-key (und die title-keys?) auf der gepressten DVD gespeichert ist auf einem normalen DVD-rohling nicht geschrieben werden kann. gerade die industriell gefertigten raubkopien haben (in fernost) oft einen höheren marktanteil als die originale!

das ziel dieses "kopierschutzes" (abspielsperre triffts eher) ist wohl die kontrolle des player-marktes (ohne kooperation mit dem DVD-Konsortium und ohne entsprechende zahlungen an dieses kann man keinen DVD-player herstellen) und vor allem gemeinsam mit dem DMCA das aushöhlen der "fair-use"-klauseln.



lui




littlelui
appendix A: legalität (zumindest in USA)
There's only
one problem for the MPAA: the player keys are trade secrets
that can be legitimately reverse-engineered.

(http://eon.law.harvard.edu/archive/dvd-
discuss/msg05962.html)

der standard-zugriff via libdvdcss ist also - so scheints - legal.
die fallback-mechanismen der libdvdcss sind aber definitiv illegal laut DMCA und wohl auch EUCD (europäisches gegenstück zum DMCA).

so und jetzt werd' ich mal versuchen mich nicht länger von der arbeit abhalten zu lassen *g*
lui

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